Brustrekonstruktion mit Eigengewebe in Münster
Mikrochirurgischer Wiederaufbau der Brust mit körpereigenem Gewebe – ein Schwerpunkt meiner Arbeit.
Überblick
Nach einer Brustkrebserkrankung, -Vorstufe, genetischen Vorbelastung (BRCA) oder bei einer angeborenen Fehlbildung kann es notwendig sein, dass die Brustdrüse ersetzt werden muss, um die ursprüngliche Form und das Volumen wiederherzustellen. Die Brustrekonstruktion mit körpereigenem Gewebe (sogenannten Lappenplastiken – DIEP, PAP, Latissimus) ist dabei ein besonders natürliches und langlebiges Verfahren.
Ablauf der Behandlung
Im Rahmen der Sprechstunde besprechen wir ausführlich alle zur Verfügung stehenden Verfahren und Möglichkeiten – abgestimmt auf Ihre Wünsche, Anatomie und Ziele. Je nachdem welche Operation geplant wird, sind weitere Voruntersuchung wie z.B. ergänzende MRT oder CT Aufnahmen notwendig.
Nachsorge und Heilungsverlauf
Sie erhalten bei einem ausführlichen Entlassungsgespräch alle notwendigen Informationen und Kontrolltermine. In der Regel sollte ein Kompressions-BH und ein Kompressions-Mieder für 6–8 Wochen postoperativ getragen werden. Sport/Sauna/Schwimmen ist nach Abheilung aller Wunden in der Regel nach ca. 6 Wochen wieder möglich.
Für wen ist das Verfahren geeignet?
Eine Rekonstruktion mit Eigengewebe kommt nach Brustkrebs, bei erblich bedingtem Risiko (BRCA) mit vorbeugender Brustentfernung oder bei angeborener Fehlbildung in Frage. Sie eignet sich besonders, wenn eine Bestrahlung erfolgt ist oder geplant ist, wenn Implantate nicht in Frage kommen oder wenn Sie eine dauerhafte Lösung ohne Fremdmaterial wünschen. Die Rekonstruktion kann direkt bei der Brustentfernung (primär) oder zu einem späteren Zeitpunkt (sekundär) erfolgen. Verfahren, Zeitpunkt und Spenderregion legen wir gemeinsam fest, in Abstimmung mit Ihren behandelnden Zentren.
Welche Verfahren gibt es?
Die Verfahren unterscheiden sich vor allem in der Entnahmestelle: Bei der DIEP-Lappenplastik werden Haut und Fettgewebe des Unterbauchs verwendet, ohne die Bauchmuskulatur zu opfern. Die PAP-Lappenplastik nutzt Gewebe von der Innenseite des Oberschenkels. Der Latissimus-dorsi-Lappen stammt vom Rücken und wird häufig mit einem Implantat kombiniert. Bei mikrochirurgischen Verfahren schließe ich die Blutgefäße des Gewebes unter dem Operationsmikroskop an Gefäße im Brustbereich an. Solche Eingriffe führe ich mehrmals wöchentlich an der Fachklinik Hornheide durch.
Mögliche Risiken
Neben den allgemeinen Operationsrisiken wie Nachblutung, Infektion, Wundheilungsstörung und Narbenbildung bestehen verfahrensspezifische Risiken: Durchblutungsstörungen des verpflanzten Gewebes bis hin zum seltenen Verlust des Lappens, Verhärtungen im Fettgewebe (Fettgewebsnekrosen), Serome und Beschwerden an der Entnahmestelle. Nach der Operation wird die Durchblutung engmaschig überwacht. Manchmal sind Korrektureingriffe nötig, etwa zur Angleichung der Brust oder für die Rekonstruktion der Brustwarze.
Kosten und Kostenübernahme
Die Brustrekonstruktion nach Brustkrebs, bei genetischer Vorbelastung mit medizinischer Indikation oder bei angeborener Fehlbildung ist in der Regel eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung, häufig auch die angleichende Operation der Gegenseite. Private Versicherungen erstatten nach Tarif. Fragen zur Kostenübernahme besprechen wir gerne in der Sprechstunde.
Häufige Fragen
Sofort oder später rekonstruieren?
Beides ist möglich. Eine Sofortrekonstruktion erfolgt im Rahmen der Brustentfernung, eine sekundäre Rekonstruktion später, etwa nach Abschluss einer Strahlen- oder Chemotherapie. Der passende Zeitpunkt hängt von Ihrer Behandlung ab und wird mit allen Beteiligten abgestimmt.
Ist die Rekonstruktion auch nach einer Bestrahlung möglich?
Ja. Eigengewebe wird gerade dann häufig eingesetzt, weil es bestrahltes Gewebe ersetzen kann. Der Zeitpunkt wird individuell abgestimmt.
Weitere Informationen
Ausführliche Informationen zu den mikrochirurgischen Verfahren finden Sie unter DIEP-Lappenplastik und PAP-Lappenplastik. Zur Alternative mit künstlichem Material lesen Sie mehr zur Brustrekonstruktion mit Implantaten. Wenn Sie bereits eine Empfehlung erhalten haben, biete ich Ihnen gerne eine Zweitmeinung an.
Auf einen Blick
Narkose
Vollnarkose
Klinikaufenthalt
5-7 Tage
Gesellschaftsfähig
4 Wochen
Sport
6-8 Wochen
Sie haben Fragen zu dieser Behandlung?
Vereinbaren Sie ein persönliches Beratungsgespräch – telefonisch unter 0251 3287-643 oder per E-Mail.